Spritspar Tipps
Echte Fahrkönner zeichnen sich nicht durch eine besonders rasante Fahrweise aus, sondern durch einen gleichmäßigen, umwelt- und nervenschonenden Fahrstil, der wesentlich dabei hilft, klimaschädigendes CO2 einzusparen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit verbessert.
Das Einsparungspotential an Treibstoff durch spritsparendes Fahren liegt bei 20 Prozent – bei einer Fahrleistung von 12.000 Kilometer pro Jahr kommt man bei der gleichen Treibstoffmenge um gut 2.000 Kilometer weiter – eine Ersparnis, die sich nicht nur in der Geldbörse positiv bemerkbar macht.
- Beim Fahrzeugkauf kann viel Sprit gespart werden:
Entscheiden Sie sich für ein sparsames, umweltschonendes Modell. - Achten Sie auf den Zustand des Autos: Zu geringer Reifendruck, verschmutzte Luftfilter, schlechte Motoreinstellung etc. sind Spritfresser!
- Stromverbraucher (Klimaanlage, Heckscheibenheizung etc.) nicht unnötig lange laufen lassen.
- Sicherheit hat natürlich Vorrang. Beim Überholen sind höhere Drehzahlen nötig. Nach einem stärkeren Beschleunigungsvorgang ist es oft sinnvoll, einen Gang zu überspringen, um Drehzahlen zu sparen.
Friedrich Wagner, Spritsparmeister 2002
„Schnellschalter kommen weiter! Mit heulenden Motoren – damit meine ich Drehzahlen über 1.500 Umdrehungen pro Minute – kann man keine Spritsparmeisterschaft gewinnen!“
Meine Tipps:
- Unbedingt vorausschauend fahren, jede unnötige Beschleunigung vermeiden, so bald als möglich raufschalten und wenn es die Verkehrssituation erlaubt ab ca. 50 km/h immer im höchsten Gang fahren.
- Auch in der kalten Jahreszeit kann man viel Sprit sparen: Warmlaufphasen sind bei modernen Autos nicht notwendig, fahren Sie gleich nach dem Anlassen los.
- Bei Stopps ab 20 Sekunden immer den Motor abstellen – es zahlt sich aus!
Stefan Bauer, Spritsparmeister 2003
„Überblick spart Ärger und Sprit! Bremsen braucht enorm viel Sprit – schließlich muss die verbremste Energie beim Anfahren wieder teuer erkauft werden!“
Mein Tipp:
- Überblick bewahren, mitdenken, vorausschauend fahren und die Rollenergie optimal nutzen. Es ist unglaublich, wie weit moderne Autos im Leerlauf fast ohne Energiezufuhr rollen. Der Roll-Trick war für meinen Spritsparerfolg sicher mitentscheidend! Geht’s bergab, kann man mit der Motorbremsung den Momentanverbrauch sogar auf Null reduzieren. Spritsparendes Fahren spart nicht nur Geld, sondern ist auch komfortabel und sicher!
Fahrertypen bei Spritsparwettbewerben:
- Der Spritspartyp „Let it roll“ versucht stets, die Rollenergie des Fahrzeuges optimal zu nutzen und legt weite Passagen ausgekuppelt oder im Leerlauf zurück. Es ist erstaunlich wie weit moderne Autos ohne Energiezufuhr rollen können. Geringer Luftwiderstand und eher schmale Reifen begünstigen den „Let it roll“-Effekt. Nachdem der Motor im Leerlauf mit rund 800 Touren läuft (Motorabschalten beim Rollen ist gefährlich und daher verboten), wird beim Rollen etwas Sprit verbraucht und zwar ca. 0,6 Liter pro Stunde. Die „Let it roll“-Strategie ist gut geeignet auf sanft hügeligen Strecken, wo der Schwung gut ausgenutzt werden kann, weniger auf steileren Strecken oder im Stadtverkehr.
- Der Typ „Schubabschalter“ meidet den Leerlauf und versucht möglichst lange und oft mit „Motorbremse“ zu fahren, da diese den Momentanverbrauch auf 0,0 Liter reduziert, solange die Drehzahl nicht unter ca. 1.200 Touren absinkt (je nach Auto). Schubabschalter rollen sanfte Bergab-Passagen daher nicht im Leerlauf sondern eingekuppelt im 4. oder 5 Gang und lassen das Gaspedal komplett los. Die Motorbremswirkung ist dann gering und die Spritzufuhr wird durch die Motorsteuerung auf null gesetzt. Lange Bergab-Strecken lassen sich so ohne jeglichen Spritverbrauch bewältigen. Vor nötigen Stopps wird die Geschwindigkeit so weit als möglich mit der Motorbremse reduziert. Die Strategie ist für Bergstrecken oder hügelige Strecken und auch innerorts bzw. im Stadtverkehr gut geeignet.
- Der Typ „1-3-5“ überspringt gerne einzelne Gänge und schaltet z.B. nach einem Überholvorgang von 3. gleich in den 5. Gang. Auch der Sprung vom 2. in den 4 Gang ist beliebt. Das kann durchaus sinnvoll sein, da jeder Schaltvorgang für den Motor eine gewisse Irritation bedeutet. Vor allem, wenn man verkehrsbedingt etwas stärker beschleunigen muss (Abbiegen, Einordnen, Überholen, Ampelstart etc.), kann man nach Erreichen der notwendigen Geschwindigkeit gleich in den passenden Gang schalten. Durch das Gänge-überspringen gewöhnt man sich außerdem einen generell vorausschauenden, spritsparenden Fahrstil an. Die Strategie ist für Strecken mit häufigem Tempowechsel und auch im innerörtlichen Verkehr erfolgversprechend.
- Der „Motor-Quäler“ fährt kompromisslos niedertourig und steigt auf Bergauf-Strecken eher voll aufs Gaspedal als einen Gang zurück zu schalten. Nach dem Motto „Der Fahrgang ist der 5. Gang“ wird nur in Ausnahmefällen (Anfahren, Überholen etc.) ein anderer Gang eingelegt. Die Strategie hat durchaus etwas für sich, da die meisten Autos viel niedertouriger gefahren werden können als man vermutet – Tempo 50/60 ist auf ebener Strecke meist mit dem höchsten Gang möglich. Auf Dauer sollte man es aber nicht übertreiben und bei Wettbewerben geht den Motor-Quälern auf Steigungen öfters die „Luft“ bzw. der Schwung aus. Dann muss oft gleich um mehrere Gänge zurückgeschaltet werden, was die Verbrauchsbilanz empfindlich verschlechtert. Manche Autos haben tatsächlich bei der geringstmöglichen Geschwindigkeit im 3., 4. oder 5. Gang (z.B. 30 bis 60 km/h) den geringsten Verbrauch, andere reagieren auf zu niedertouriges Fahren („Quälen“) mit einem deutlichen Verbrauchsanstieg.
- Der „Schleicher“ weiss, dass der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit quadratisch ansteigt. Für eine Verdoppelung der Höchstgeschwindigkeit ist bekanntlich rund die achtfache Motorleistung nötig. Etwas mehr Geschwindigkeit kostet viel mehr Energie und daher versucht der „Spritspar-Schleicher“ mit möglichst wenig Drehzahl möglichst langsam zu fahren. Je nach Motormanagement, Getriebe und Luftwiderstand haben in der Realität die meisten Autos den geringsten Verbrauch bei rund Tempo 50 bis 60 im höchsten Gang oder Tempo 30 bis 40 im 3. oder 4. Gang. Ab Tempo 80 steigt der Verbrauch dann deutlich an. „Schleicher“ können auf hügeligen Strecken den Schwung und die Rollenergie weniger nützen und außerdem gibt es bei Spritsparwettbewerben meist ein Zeitlimit, das man nicht überschreiten darf.
Spritspartipps des Lebensministeriums











